Nano-Aquarium
In diesem Artikel möchte ich darstellen, dass auch Aquarien kleiner als "Baumarktgröße" (60er Becken) durchaus für die Aquaristik geeignet sind, und welche Pflanzen und Tiere eingesetzt werden können.
Das hier beispielhaft abgebildete Aquarium ist ein 20 Liter Becken der Firma SICCE mit dem Namen "Moby Dick Basic" zu einem Preis von ca. 60 EUR. Trotz des guten Designs und der guten Filtertechnik stellte ich einen Nachteil fest: Das Licht des Aquariums ist nicht extern über eine Zeitschaltuhr regelbar, sodass sich das Wasser aufgrund des direkt neben dem Filterbereich liegenden Neonröhren-Trafos bei brennendem Licht auf bis zu 8°C über Zimmertemperatur aufheizt.
Im Bild ist oben links die Filterpumpe zu sehen, die das Wasser in den Filterbereich hebt. Von dort läuft es über zwei Schwämme gereinigt und mit Sauerstoff angereichert über ein Rad mit Filterschwamm zur Geräuschverringerung wieder zurück ins Aquarium.
Bei kleinen Aquarien ist zu beachten, dass das Aquarienmilieu sehr viel weniger stabil ist als in großen Becken. Die größte Gefahr für einen negativen Einfluss auf die Wasserwerte besteht darin, dass zu viel gefüttert wird und die Futterreste und Abbauprodukte somit das Wasser belasten.
Daher müssen Tiere gewählt werden, die mit relativ wenig Futter auskommen und auch entsprechend wenig gefüttert werden. Natürlich dürfen solch kleine Becken nicht überbesetzt werden, was bei zu viel Enthusiasmus leicht passieren kann.
Wasserwechsel sollten ebenfalls regelmäßig durchgeführt werden, damit sich die Wasserwerte nicht verschlechtern und nahezu konstant bleiben (1-2mal in 2 Wochen).
Einrichtung: Da diese kleinen Aquarien in der Regel mit relativ wenig Beleuchtung ausgestattet sind, sollten entsprechende Pflanzen gewählt werden, die außerdem recht langsam wachsen. Somit eignen sich Javamoos, Anubias barteri var. nana, kleiner Javafarn und auch Mooskugeln. Als Bodengrund wird feiner Sand gewählt und mit kleinen Wurzeln und Steinen dekoriert.
Fische: Die Auswahl an Fischen ist gar nicht so klein, wie manch einer glauben mag. Kleine Schwärme von Zwergbärblingen (Boraras maculatus), Zwergkärpflingen (Heterandria formosa) und anderer klein bleibender Barben, Salmler und Lebendgebärender sind möglich. Für den Bodenbereich eignen sich Corydoras pygmaeus oder C. habrosus und ebenfalls C. hastatus, die sich auch gern im freien Wasser aufhalten. Als Algenfresser können z.B. Ohrgitter Harnischwelse (Otocinclus affinis) oder auch junge Ancistrus eingesetzt werden, die jedoch ab 5 cm Länge in größere Aquarien umgesetzt werden sollten.
Sonstige Tiere: Besonders geeignet für kleine Aquarien sind Garnelen der Gattung Caridina/Neocaridina, von denen sich bei alleiniger Haltung in einem solchen Aquarium einige Arten sehr gut züchten lassen. Ebenfalls lassen sich gut Zwergflusskrebse der Gattung Cambarellus halten und züchten. Des weiteren sollten auch Turmdeckelschnecken nicht fehlen, da sie sich um die Verwertung abgestorbener Pflanzen- oder Futterreste kümmern.
Für Amphibienfreunde kommen Zwergkrallenfrösche in Frage. Die leider häufig im Handel angebotenen Schmuckschildkröten in "5-Mark-Stück" Größe sind für solch kleine Becken nicht geeignet, da sie innerhalb kurzer Zeit doch recht groß werden und viel Kot produzieren.
Abschließend sei gesagt, dass Aquarien bis zu einer Größe von 60 cm häufig mehr Aufwand und Fingerspitzengefühl vom Aquarianer verlangen als größere Becken, da sie Pflegefehler nicht so leicht kompensieren. Als Anfänger sollten Sie sich somit eher vom Großen zum Kleinen wagen als umgekehrt.



