Farbenpracht für Jedermann: Der Platy
Neben dem Schwertträger (Xiphophorus helleri) und dem Papageienplaty (Xiphophorus variatus) ist besonders der Spiegelkärpfling (Xiphophorus maculatus), auch Platy genannt, ein sehr beliebter Aquarienfisch. Neben seiner gegenüber seinen Verwandten geringeren Größe von bis zu 6 cm bei den Weibchen unterscheidet er sich durch seinen gedrungenen Körperbau, was ihn "niedlicher" erscheinen lässt. Verschiedene Zuchtformen mit gelben, blauen, schwarzen und insbesondere roten Farben machen die Platies zu sehr attraktiven Fischen. Auf dem Bild ist ein roter Wagtail-Platy abgebildet, der schwarze Flossen bei rotem Körper hat. Die rote Farbe kann man mit entsprechender Beleuchtungswahl noch deutlich verstärken.
Die Herkunft von Xiphophorus maculatus ist die atlantische Seite des zentralen Mittelamerikas, wo er im Tiefland in fließenden aber auch stehenden Gewässern vorkommt. Das Wasser in der Natur ist mittelhart bis hart bei einem pH-Wert zwischen 7 und 8. Bei der Haltung sollte man diese Werte berücksichtigen und die Temperatur zwischen 22°C und 27°C halten. Einige Aquarienstämme sind auch an leicht saures, weiches Wasser gewöhnt, worauf man zurück greifen sollte, wenn man daheim entsprechendes Wasser hat, z.B. in Braunschweig. Wer besonders toll entwickelte und kräftige Nachzuchten erzielen will, setzt seine Tiere ab 20°C Wassertemperatur im Sommer in den Gartenteich und fängt sie samt Nachwuchs im Frühherbst wieder heraus.
Es sind bereits Aquarien ab 60 cm Länge für die Haltung geeignet, wobei den Fischen neben Versteckplätzen in dichtem Pflanzenwuchs auch ausreichend Schwimmraum zur Verfügung stehen sollte. Die Platies können als friedlich bezeichnet werden, wobei sie immer in einer Gruppe ab 6 Tieren gehalten werden sollten. Dabei ist es ratsam, dass es mehr Weibchen als Männchen gibt, weil die Weibchen so häufiger Pause vor den aufdringlichen Männchen haben können. Die Vergesellschaftung mit kleinen Zwerggarnelen ist allerdings nur sehr eingeschränkt möglich, da die Platies sich auch gern an den kleinen Krabblern vergreifen.
Xiphophorus sind lebendgebärende Zahnkarpfen, d.h. ihre Jungen werden fertig entwickelt geboren und sind dann mit ihren ca. 6 mm Größe bereits fertige kleine Fischchen, die mit feinem Futter wie Artemia, Cyclops, Futtertabletten, o.ä. aufgezogen werden können. Die Tragzeit beträgt ca. 24 Tage. Da die Alttiere während und kurz nach der Geburt gelegentlich ihre Jungen fressen, gibt es im Aquaristikhandel mehr oder weniger sinnvolle Ablaichkästen, in die trächtige Weibchen eingesetzt werden, um dort ihre Jungen zu gebären. Auch wenn man dies nicht tut, werden im dichten Pflanzengewirr immer ein paar Jungtiere groß, die den Bestand kontinuierlich anwachsen lassen.
Die Geschlechter sind bei geschlechtsreifen Tieren einfach zu unterscheiden, da Männchen erstens kleiner und schlanker bleiben und andererseits durch ihr Begattungsorgan, das Gonopodium, auffallen. Das Gonopodium wird aus der Afterflosse gebildet und zur Übergabe des Spermas bei der Begattung kurz in die Geschlechtsöffnung des Weibchens eingeführt.
Die Fütterung ist denkbar einfach, da sie bereits mit gutem Flocken- oder Tablettenfutter zufrieden sind. In der Natur ernähren sie sich außerdem von Algen und Insektenlarven, die sie beide auch im Aquarium nicht verschmähen. So sollte man regelmäßig Frost- oder Lebendfutter von Cyclops oder Mückenlarven geben. Sie fressen sogar die teils lästigen Mexikanischen Bachflohkrebse.
Der Platy ist aufgrund seiner einfachen Pflege und geringen Schreckhaftigkeit für Anfänger und auch Kinder sehr gut geeignet. Sie werden auch schnell zutraulich und verbinden Menschen vor dem Aquarium bzw. das Öffnen der Abdeckung mit Futter, weshalb sie dann an der Scheibe auf und ab schwimmen.


