Schmetterlingsbarbe, Barbus hulstaerti
Die Schmetterlingsbarbe war bis in die 70er Jahre ein bekannter Aquarienfisch, der dann für einige Jahrzehnte aus der Aquaristik verschwunden ist, da aus seiner Heimat Zaire in Afrika aufgrund der politischen Situation keine Tiere mehr ausgeführt wurden. Erst 2007 gelangten wieder vereinzelt Tiere nach Deutschland.
Die kleine bis 3,5 cm groß werdende Barbe ist ansprechend gezeichnet. Die schwarz gefleckte Zeichnung wird beim Männchen von teilweise gelben Flossen unterstützt. Die friedlichen Fische mögen keine Unruhe vor dem Aquarium und ziehen sich bei Störung ins Pflanzendickicht zurück.
Die kleine Barbe sollte bei einem pH-Wert unter 7 und in weichem Wasser gehalten werden. Die Wassertemperatur sollte bei 20 °C bis 24 °C liegen. Die Barben mögen es nicht so warm. Regelmäßige Wasserwechsel von 10% bis 20% mit kühlem Wasser fördert die Gesundheit.
Da die Schmetterlingsbarbe ein zurückhaltender Fisch ist, der sich gern versteckt hält, sollte das Aquarium mit vielen Pflanzen eingerichtet werden. Der Bodengrund wird dunkel gewählt und die Beleuchtung gering, damit die Farben zur Geltung kommen und die Fische nicht blass erscheinen. Bei mir haben sich der Kongo-Wasserfarn Bolbitis heudelotii und Javamoos als ideale Gewächse bewährt, da sich beide auch in kühleren Becken mit saurem Wasser und relativ wenig Licht zufrieden geben. Der Farn wächst im Hintergrund bis an die Oberfläche und das Moos in einer 10 cm dicken Schicht am Boden. Gefiltert wird bei mir über einen Hamburger-Mattenfilter mit einer recht kräftigen Strömung im hinteren Beckenbereich.
Eine Vergesellschaftung mit anderen Fischen ist möglich, wenn diese klein, friedliche und nicht zu hektisch sind. Meine Bärblinge halte ich zusammen mit einer kleinen Boraras-Art in einem 60 Liter Aquarienabteil.
Früher lebten mit ihnen noch eine Gruppe Corydoras habrosus, die sich in dieser Gesellschaft auch regelmäßig vermehrt hat. Hummel-Garnelen, die ebenfalls in dem Aquarium leben, vermehren sich ebenso.
Die Fütterung erfolgt mit kleinem Lebend- oder Frostfutter sowie feinem Granulat. Ich gebe alle zwei Tage lebende Artemia, die gierig gefressen werden.
Für die Zucht stellt man den pH-Wert auf unter 6 ein. Ich habe bei mir einen pH-Wert um 5,7 und gebe regelmäßig Seemandelbaumblätter ins Aquarium, die sich mit der Zeit auflösen und auch von den Garnelen gefressen werden. Nachdem ich alle Panzerwelse aus dem Aquarium entfernt hatte, konnten die Barbus hulstaerti ablaichen, ohne dass die Eier von den Panzerwelse gefressen wurden. Die Barben tauchen für das Ablaichen ins Moos ein und geben dort ihre Eier ab. Voraus geht dem Ablaichen ein Balzspiel bei dem die Männchen vor den Weibchen "flattern". Von diesem Schmetterlingsflug mag auch der Artname her rühren. Ob die Fische ihre eigenen Eier fressen, vermag ich nicht zu sagen. Auffällig ist, dass die Alttiere ihren Jungen nicht nachstellen, und sich die frei schwimmenden Babies mit gerade einmal 3 mm Länge gefahrlos in der Nähe ihrer Eltern aufhalten können. Dadurch müssen die Barben nicht in einem extra Zuchtbecken angesetzt werden. Auch spezielle Zuchtbecken, die mit Gitter oder "Sicherheitsabteilen" die Jungen schützen, sind nicht notwendig. Im Gegensatz zu den Alttieren halten sich die Jungtiere im freien Wasser auf. Da ich eine Gruppe von ca. 10 Zuchttieren habe, vermag ich den Ablaichrythmus nicht zu bestimmen. Es erscheinen jedoch fast täglich einzelne neue Jungtiere (Oktober 2008). Die Fütterung der Kleinen erfolgt zum Anfang mit Rädertierchen, Mikroälchen und Essigälchen. Nach ca. einer Woche werden auch frisch geschlüpfte Artemia genommen. Mit ca. 6 Wochen sind die Jungtiere bereits 1 cm groß und sehen aus wie die Eltern, allerdings ohne die gelbe Farbe in den Flossen der Männchen.
Wenn jemand Spaß an kleinen und interessanten Barben hat und sich gern die Zeit nimmt, in Ruhe vor dem Aquarium zu sitzen, dem sei diese Art empfohlen. Ich hoffe, dass sie dann durch erfolgreiche Zucht in der Aquaristik erhalten bleibt.


