Sri Lanka - Bei den Veddas im Trockendschungel
Die Ureinwohner Sri Lankas wohnen in einfachen Lehm- und Holzhütten. Besucht habe ich den König und seine Gruppe in der Nähe von Mahiyangana im Trockenurwald. Wenn mich mein BlackBerry-GPS nicht täuscht, ist es ca. bei den Koordinaten 7.33672, 81.03103. Auch wenn sie weiterhin urtümlich in Lehmhütten wohnen, so leben sie doch inzwischen zusätzlich vom Tourismus, was unschwer an den vielen ausgestellten Fotos und dem Wohlstandsmüll auf dem Weg zum Dorf erkennbar ist. Da ich eher auf der Suche nach Wassergetier war und das Rinnsal neben der Hütte des Königs aufgrund des wenigen Wassers keine Fische und Wirbellosen beherbergte, nahm ich mir einen kleinen Bachlauf auf dem Weg zurück vom Dorf zur Erkundung vor.
Ausgangspunkt war, wie so oft bei Aquarianern, eine kleine Brücke über den Bach, der auf der untersuchten Strecke von 500 m maximal einen Meter tief und fünf Meter breit war. Zu Regenzeiten führt er sicher mehr Wasser, was an dem Bachbett gut erkennbar war. Der Boden des Bachlaufs ist mit Sand bedeckt und in stillen Bereichen hat sich Laub abgesetzt. Große Steine und glatte Felsbrocken im Bach geben ihm sein markantes Aussehen und bieten mit ihrem Algenaufwuchs den vielen Garra ceylonensis Nahrungsgrundlage.
Trotz der weitreichenden Abschattung des Wassers war es gefühlt mit knapp unter 30 °C ausreichend warm, um sich eine halbe Stunde beim Schnorcheln im Barbengetümmel zu entspannen und beknabbern zu lassen. Da ich eigentlich auf nicht-aquaristischer Dienstreise war, sind meine Messreagenzien und Thermometer in Deutschland geblieben. Daher kann ich über die Wasserwerte keine weiteren Aussagen machen.
Als Wirbellosen-Aquarianer hatte ich natürlich gehofft, auch Garnelen oder Krabben zu finden, was mir dort allerdings nicht vergönnt war. Wie immer in tropischen Regionen hat man schnell Helfer dabei, die einem die "Arbeit" des Fischefangens abnehmen wollen. So zog ich mit zwei Vedda-Kindern von maximal 5 Jahren und meinem wohl gerade volljährigen Vedda-Führer den Bach hinab. Mein Fahrer, der meine Kameraausrüstung tragen wollte, zog es doch auf halber Strecke unangekündigt vor, sich zum Rauchen zum Auto zurück zu ziehen. Es ist halt nicht jeder ein Freund von Wasserspaziergängen.
Obwohl wir mit zwei ca. 50 x 30 cm großen Keschern fangen konnten, waren die zum Fang ausgewählten Fische im freien Wasser nicht einfach zu erhaschen. Insbesondere die größeren Puntius bimaculatus erwiesen sich als dynamischer als wir und entkamen meist unseren Fangzügen, wodurch nur ein adultes Tier den Weg ins Netz fand. Jedoch verwandelten sich von zwei ausgewiesenen Fischkennern Sri Lankas als Puntius vittatus identifizierte 3 cm Fische später nach etwas Längenwachstum ebenfalls als Puntius bimaculatus. Als Jungtiere sind die Fische bis zu dieser Größe recht hochrückig und silbrig gefärbt.
Der breite rote Längsstreifen der Zweifleck-Barbe bildet sich langsam ab 4 cm Gesamtlänge. Diese Fische sind auch im Aquarium recht agil und halten sich im unteren und mittleren Bereich auf. Als schlanke Schwimmer bevorzugen sie ausreichend freien Schwimmraum, haben jedoch auch nichts gegen etwas Pflanzen, in die sie sich zurück ziehen können.
Von Devario malabaricus ließen sich sowohl bis 6 cm große Fische als auch Jungtiere von 2 cm erbeuten. Es ist eine Art, die in der Fotoküvette nach dem Fang nur erahnen lässt, welch wunderschöne Tiere es sind. Neben der tollen, goldenen Zeichnung auf glitzerndem, blauen Grund bestechen sie durch ihre Lebhaftigkeit.
Bei der Fütterung mit rot unterstützendem Futter tendiert die gelbe Zeichnung und die Bauchregion Richtung orange. Etwas verwunderlich ist, dass D. malabaricus im heimischen Aquarium auch als Wildfänge überhaupt nicht scheu sind und zur Fütterung an der Frontscheibe auf mich warten. In der Literatur wird die Maximalgröße mit 12 cm angegeben, wobei mir im Biotop nur Malabarbärblinge mit maximal 8 cm über den Weg geschwommen sind. Somit sollte ein Aquarium, in dem sich die Fische voll entfalten können, mindestens 100 Liter Volumen haben. Eine Einrichtung entsprechend Biotop würde ich nicht empfehlen, da die glänzende Zeichnung erst bei gedämpfter Beleuchtung mit Licht und Schatten und dunklem Bodengrund richtig zur Geltung kommt. In der Sonne bei hellem Bodengrund erscheinen die Fische einfach nur grau. Neben ausreichend freiem Schwimmraum bietet sich eine Randbepflanzung an.
Die in weiten Teilen Sri Lankas vorkommende Schmerle Lepidocephalichthys thermalis war nur dann zu erhaschen, wenn man sich mit Ruhe einem ruhigeren und meist schattigeren Bereich des Baches mit sandigem Bodengrund genähert hat. Mit etwas Geduld bewegen sich die Tiere Futter suchend über den Sandboden. Wenn sie still auf dem Sandboden sitzen, ist es aufgrund ihrer bräunlichen Musterung schwer, die vor Ort bis zu 8 cm großen Fische zu entdecken. Obwohl es keine Farbwunder sind, sehen die schlanken L. thermalis mit der Punkt- und Marmorzeichnung sehr ansprechend aus. Im Aquarium sind die Indischen Steinbeißer außer zur Futtersuche sehr ruhige Gesellen, die sich in dunkleren Bereichen des Aquariums am wohlsten fühlen. Bei der Fütterung sind sie nicht wählerisch, wenn die Brocken nur klein genug sind und vom Boden aufgenommen werden können.
Die Saugbarbe Garra ceylonensis war in Größen bis zu 7 cm immer in kleinen Trupps von bis zu 6 Tieren unterwegs. In einem anderen Biotop mit deutlich kühlerem und schneller fließendem Wasser war sie mit bis 12 cm wesentlich größer. Im Aquarium erweisen sich diese ausdauernden Schwimmer als unangenehme Fotoobjekte, da sie nie wirklich still halten und gern die Scheiben rauf und runter schwimmen. Ansprechend gezeichnet sind die Ceylon-Saugbarben durch den hellen Längsstreifen auf braunem Grund, der sich durch die Augen bis auf die Nase durchzieht. Die Bauchseite ist hell. Die Flossen können einen rötlichen Touch haben. Aufgrund der Größe und Dynamik sind sie nur für Aquarien ab 100 cm Länge geeignet. Außerdem sollten sie wie in der Natur in kleinen Gruppen gehalten werden. Am besten füttert man die Garra mit Futtertabletten.


