Wasserwechsel und Filterdreck
Natürlich wechselt jeder Aquarianer regelmäßig einen Teil seines Aquarienwassers. Die meisten schütten das alte Wasser in den Ausguß und füllen frisches Wasser aus dem Wasserhahn nach. Das gleiche passiert mit dem Dreck, der bei der Filterreinigung übrig bleibt. Erstens stinkt er und zweitens ist er verdammt dreckig, also weg damit.
Haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, das alte Wasser und den „Filterdreck“ sinnvoller zu verwenden, als ihn den Kläranlagen zu überlassen?
Ich verwende das alte Aquarienwasser zum Blumengießen. Es ist schön warm und, entschuldigen Sie, vollgeschissen. Gerade die Abfallstoffe aus der Verdauung der Aquarienbewohner machen das Wasser so geeignet. Natürlich kann nicht jedes Aquarienwasser als Gießwasser verwendet werden. Wasser, das Medikamentrückstände enthält oder durch die Zugabe von Bicarbonaten künstlich aufgehärtet wurde, ist nicht geeignet. Aber das Wasser aus dem Südamerikabecken mit seinen Skalaren und Salmlern stellt wunderbares Blumenwasser zur Verfügung. Meine Pflanzen wuchern regelrecht, seitdem ich sie so verwöhne.
Jeder Filter sollte erst dann gereinigt werden, wenn der Wasserdurchfluß nicht mehr ausreichend ist. Das sollte jeder Aquarianer wissen. Nicht das Filtermaterial, sondern die sich daran ansiedelnden Mikroorganismen sorgen für die Reinhaltung des Wassers. Je „dreckiger“ ein Filter ist, umso funktionstüchtiger ist er auch! Wenn ein Filter nun so verstopft ist, daß kein Wasser mehr durchfließt, muß er ausgewaschen werden. Dies geschieht bei mir in einem Eimer mit Aquarienwasser. Das Filtermaterial wird solange durchgespült, bis wieder Wasser durchfließen kann. Nie das Filtermaterial auskochen, da dadurch die letzten am Material haftenden Filterbakterien abgetötet werden, und es dann lange dauert, bis der Filter wieder richtig läuft.
Was dann im Eimer zurück bleibt, ist eine stinkende braune Brühe. Wenn man dieses Wassergemisch eine Stunde stehen läßt, setzt sich am Boden eine braune Masse ab. Diese Sammlung aus totem und lebendem organischen und anorganischen Material eignet sich zum Beispiel hervorragend für die Fütterung von kleinen Panzerwelsen und Zwerggarnelen. Hat man diese nicht in ausreichender Zahl, kann diese Soße auch hervorragend als Blumendünger verwendet werden.
Man soll gar nicht glauben, wie gut die Pflanzen bei solch einer Pflege gedeihen. Probieren sie es doch auch einmal.




