Mexikanischer Kampfkrebs, Hyalella azteca
Diese Flohkrebs-Art aus Mexiko ist als blinder Passagier Mitte der 90er Jahre beim Import von Lebendgebärenden nach Deutschland gekommen und hat durch Bernd Poßeckert weite Verbreitung in der Aquaristik gefunden. Auf ihn geht auch der Populärname zurück, wobei die Aufschrift "Vorsicht Kampfkrebse" lediglich als Abschreckung für Postangestellte auf den an Aquarianer versendeten Päckchen stand und nicht als Artbezeichnung gedacht war.
Die bis 1 cm groß werdenden Flohkrebse sind in der Aquaristik sowohl ein Segen als auch ein Fluch. Einerseits werden Sie sehr gern von einigen Fischarten, insbesondere kleineren Kugelfisch-Arten gefressen (z.B. Carinotetraodon lorteti). Sie können andererseits auch sehr lästig werden, da sie sich von pflanzlichem Futter ernähren und auch vor feinfiedrigen Pflanzen, wie Javamoos, nicht Halt machen.
Auch anderen Fischen, die die Krebschen nicht so gern fressen, sind sie für schlechte Zeiten, z.B. Urlaub des Aquarianers, eine willkommene Notration.
Die kleinen Tierchen halten sich am Substrat im ganzen Becken auf, leben aber bei Feindbesatz meist zwischen den Steinen im Mulm am Boden, in feinen Pflanzenbeständen aus Riccia oder Javamoos oder auch in Schaumstoffmatten des Innenfilters. Da sie sich im Filterschwamm auch von sich dort ansammelndem Mulm ernähren, verstopfen die Schwämme des Hamburger Mattenfilters nicht so schnell.
Hyalella azteca benötigen zur erfolgreichen Vermehrung Temperaturen zwischen 25°C und 28°C, eine Gesamthärte des Wassers ab 10°dgH und pH-Werte ab 7. Werte jeweils darunter verhindern eine massenhafte Vermehrung. Gefüttert werden kann mit Grünfutter, wobei sich bei mir gefrorene Mango (siehe Foto), Spinat, Gurke und sonstiges Fischfutter bewährt hat. Es werden allerdings auch gefrorene Mückenlarven gefressen, und kleine wehrlose, noch nicht schwimmfähige Jungfische sind ebenfalls nicht sicher vor ihnen.


